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Professionelle Zahnreinigung und Bleaching - BERLIN KLINIK Prophylaxe

 

 

 

Mundhygiene Prophylaxe

Mundhygiene spielt auch im Zusammenhang mit allgemeinmedizinischen Beschwerden und Erkrankungen eine wichtige Rolle. Zahnmedizinisch und Implantologisch sind aber in erster Linie die weit verbreiteten Zahnfleischerkrankungen, Gingivitis und die Zahnbetterkrankungen, Parodontitis und Implantatentzündung, Periimplantitis von Bedeutung. Mund- und Zahnfleischbakterien können aber wesentlich weiter gehende Erkrankungen begünstigen oder hervorrufen, bis zu Herzerkrankungen und beispielsweise dem Verlust von Brustimplantaten. Leider ist es nicht immer möglich, alle Zahnzwischenräume und den Zahn unter dem Zahnfleischsaum und unter dem Zahnfleisch selbst gründlich zu säubern und vorhandene Ablagerungen effektiv zu entfernen. Daher ist es sinnvoll und notwendig regelmäßig eine Prophylaxe oder professionelle Zahnreinigung durchführen  zu lassen.

 

 

Prophylaxe Berlin

Bei der Prophylaxe wird das Gebiss und das Zahnfleisch genau kontrolliert, um festzustellen, ob eventuell Erkrankungen vorliegen. Danach werden Beläge auf den Zahnoberflächen, in den Zwischenräumen und in Zahnfleischtaschen entfernt. Anschließend werden die Zähne poliert und fluoridiert, um Bakterien die Anhaftung zu erschweren und die Zahnoberflächen zu härten. Die PZR kann mit Bleaching, Zahn-Aufhellung, Bleichung oder einer Versiegelung kombiniert werden. Nach der Behandlung können wir Ihnen Pflegetipps für die Heimanwendung geben und gegebenenfalls einen individuellen Zahnpflegeplan oder ein Recall-Schema zur Prophylaxe für Sie erstellen. Siehe auch: Stichwortverzeichnis BERLIN-KLINIK

 

 

 

 BERLIN KLINIK Prophylaxe - zahnärztliche Zahnaufhellung

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Implantate und Prophylaxe

Gerade Implantate und Implantatgetragener Zahnersatz müssen regelmäßig professionell gepflegt werden. Wie ein Zahn eine Parodontitis bekommen und wackeln kann, so kann ein implantat eine Periimplantitis bekommen ebenfalls wackeln und ausfallen! Die Periimplantitis ist wenn sie sich einmal manifestiert hat nur sehr schwer zu kontrollieren. Periimplantitis kann durch regelmäßige professionelle Zahnreinigung und zahnärztliche Kontrollen aber weitestgehend vermieden werden. Forensisch gesehen ist für implantierte Patienten regelmäßige dokumentierte Zahnreinigung alleine zum Erhalt der Gewährleistung notwendig. Die speziell auf die Pflege und Nachsorge von Implantaten geschulte Dentalhygienikerin oder zahnmedizinische Prophylaxeassistentin wird an einem Implantat immer spezielle Kunststoff oder Keramikinstrumente, niemals aber Instrumente aus Stahl einsetzen. Dies dient dem Schutz der sensiblen Oberfläche und damit Ihrer Sicherheit.


Brustimplantate und Prophylaxe
Allgemeinmedizinische und chirurgische Bedeutung der zahnärztlichen Prophylaxe kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn selbst Probleme nach Brustvergrößerung können durch Zahnfleischentzündung bzw. Parodontitis hervorgerufen oder unterhalten werden. Dies berichteten die Zahnärztlichen Mitteilungen im Februar 2011. Einen direkten Zusammenhang zwischen Problemen, die nach Brustvergrößerungen auftreten, und Entzündungen des Zahn-Halteapparates hat eine Arbeitsgruppe um Prof. Johannes Hönig von der Paracelsus-Klinik Langenhagen festgestellt. Gelegentlich vorkommende Verhärtungen und Formveränderungen der Brust würden durch eine bakterielle Besiedlung von Implantaten ausgelöst. Der das Implantat umgebende Biofilm werde durch Parodontitisbakterien angegriffen. Es konnten diese Mund-Bakterien jetzt auch auf den Implantaten nachgewiesen werden. Deshalb geht Prof. Hönig davon aus, dass diese Infektionen die Ursache für die Bindegewebsveränderungen  sind. Die Bakterien wandern vom Mund über die Blutbahnen auf das Implantat. Professor Hönig empfahl, regelmäßig professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen und vor einer Brustimplantateinlage den Parodontalstatus erfassen zu lassen. Nach seinen Angaben werden in Deutschland jährlich  20.000 operative Brustvergrößerungen mit Silikongel gefüllten Brustimplantaten vorgenommen. Diese Meldung der zahnärztlichen Fachpresse bestätigt die Bemühungen der BERLIN KLINIK Prophylaxe alle Chirurgie-, Implantat und auch Brustimplantat Patienten regelmässig zur professionellen Zahnreinigung zu ermuntern. Aus der täglichen chirurgischen Praxis kann jedem Patienten VOR JEDER Operation nur dringend geraten werden, seine Mund- und Zahnfleischsituation gründlich prüfen und ggf. verbessern zu lassen.

 

 

Berlin Klinik Zahnklinik Mitte Dr. Dr. Schermer Britesmile Bleaching Zahnaufhellung weiße Zähne Ästhetische Zahnheilkunde

 

 

Zahnaufhellung Berlin

Zahnaufhellung, Bleichen oder „Bleaching“ von Zähnen in der Berlin Klinik Zahnklinik Mitte: Grundsätzlich unterscheidet man beim Bleaching zwischen der Selbstbehandlung zu Hause und der Behandlung beim Zahnarzt. Von der Selbstbehandlung mit Klebestreifen, Schienen oder Pinselungen ist aber dringend abzuraten. Der einfachste Grund dafür ist das man seine empfindliche Schleimhaut, besonders nicht die Papillen zwischen den Zähnen und am Rachen effektiv vor dem Bleichmittel schützen kann. Frei verkäufliche Bleichmittel haben zudem nicht die Effektivität zahnmedizinischer Präparate.

 

 

 

In der BERLIN KLINIK PROPHYLAXE werden Ihre Zähne nachhaltig und sicher gegflegt, wir aber auch in der Lage Ihre Zähne wirkungsvoll und schonend effektiv aufzuhellen.

 

 

 

Zahnaufhellung Bleaching Studien

Die meisten Studien zeigen: Vorausgesetzt es werden pH-neutrale Präparate eingesetzt und sachkundig angewendet, sind bei Zahnaufhellungen keine Zahnschäden zu befürchten. Nebenwirkungen halten sich in Grenzen.  Während der Behandlung kommt es gelegentlich zu einer unangenehmen bis schmerzhaften Empfindlichkeit die man am Zahn wie einen kleinen Blitz empfindet. Frisch behandelte Zähne können etwas empfindlicher gegen Süßes und Saures und temperaturempfindlich sein. Diese Erscheinungen sind jedoch nur temporär und klingen nach Stunden spätestens nach einigen Tagen ab

 

 

BriteSmile Bleaching

Die Aufhellung der Zähne hält nicht ewig aber oft jahrelang.  Die Dauerhaftigkeit des Ergebnisses ist oft wesentlich von der regelmäßigen professionellen Entfernung von Zahnbelägen und Reinigung und Politur der Zähne abhängig. Sollten nach einem oder mehreren Jahren die Zähne wieder nachdunkeln  sind touch-ups oder Auffrischungsbehandlungen möglich. Die speziell fortgebildete und geschulte Prophylaxe Assistentin berät sie gerne über die Möglichkeiten einer Zahnaufhellung. Die BERLIN KLINIK PROPHYLAXE vertraut den BriteSmile Bleachingprodukten. Kontrollierte Qualität zu Ihrer Sicherheit. Siehe auch: Ästhetische Zahnheilkunde.

 

 

 

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BriteSmile To Go ist der einfache Weg, um Ihre Zähne effizient und schonend aufzuhellen, und zwar wann und wo Sie wollen. Die BERLIN KLINIK Prophylaxe hält die Aufhellungs Stifte für Sie bereit. Nach vielen Jahren der Forschung, ist BriteSmile To Go entwickelt worden, um den Menschen zu helfen, sich optimal zu fühlen und so gut wie möglich auszusehen, ohne umständliche gesundheitsgefährdende Bleichtabletten oder Kaufhaus-Bleichsysteme zu benutzen oder andere aufwendige Bleichmethoden, die man außerhalb der Zahnarztpraxis bekommen kann. BriteSmile To Go ist praktisch, einfach, vollkommen sicher, und vor allem: Es wirkt!

 

 

 

britesmile to go Zahnaufhellung to go Bleaching to go BERLIN KLINIK Prophylaxe weiße Zähne in der Zahnklinik Mitte Bleaching Zahnpasta Berlin

Die BriteSmile Aufhellungs Zahnpasta und die BriteSmile Mundspülung sind wichtiger Teil der Produktlinie für die Nachsorge der Bleaching-Behandlung in der BERLIN KLINIK Prophylaxe. Diese kristallklare, alkoholfreie Zahnspülung ist speziell entwickelt worden, um Ihr strahlend weißes Lächeln nach der BriteSmile Behandlung zu erhalten. Die Bleaching Zahnpasta mit patentierter Aufhellungsformel hilft, Ihre Zähne maximal weiß zu erhalten. Gleichzeitig werden Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch wirksam gereinigt. Im Gegensatz zu vielen handelsüblichen Zahncremes enthält diese Zahnpasta kein Scheuermittel, das Ihren Zahnschmelz aufrauen könnten. Die Aufhellung findet durch einen sanften chemischen Prozess statt, der vollkommen sicher für Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch ist.

 

 

Prophylaxe: Gesunde Zähne - gesundes Zahnfleisch

Wie für viele Körperteile oder Details des Körpers gibt es auch für das Zahnfleisch eine von der Natur idealerweise vorgegebene ästhetische Dimension und Beschaffenheit. Weder dickes rotes Zahnfleisch noch lange Zähne werden als ästhetisch empfunden. Der gesunde Normalfall ist das Maß der Dinge. Das Recall-System der BERLIN KLINIK PROPHYLAXE sorgt dafür, das Sie niemals das Gefühl bekommen, ihr Zahnfleisch und damit ihre Mundgesundheit vernachlässigt zu haben!

 

 

Prophylaxe Anatomie

Im gesunden Gebiss umgibt das Zahnfleisch, Gingiva, den Zahnhals auf Höhe der Schmelz-Zement-Grenze gleichmäßig kragenförmig. Das Zahnfleisch ist im Idealfall mittels Saum­epithel mit dem Schmelz bzw. dem Wurzelzement fest verbunden. Dabei entsteht eine dezente Rille, die Sulkus genannt wird. Die Zahnwurzel steht über ein kompliziertes Geflecht von Bindegewebsfasern, dem Sharpey-Faserapparat, mit dem Zahn und dem Kieferknochen des Zahnfaches, Alveole,  in Verbindung. Diese sind einerseits im Wurzelzement, andererseits im alveolären Knochen im Alveolarfortsatz, dem zahntragenden Teil der Kieferknochen, verankert.  Zwischen den Fasern befinden sich zelluläre Elemente und Blutge­fäße, die zusammen mit der Gewebsflüssigkeit dem desmodentalen Gewebe eine gewisse Elastizität verleihen. Die Verbindung von Saumepithel und Zahnschmelz und von Bindegewebe des Zahnfleisch mit dem Wurzelzement wird als biologische Breite oder biologische Höhe bezeichnet. Sie ist für die Aufrechterhaltung der gingivalen Gesundheit und für die optische und ästhetische Erscheinung sowohl von natürlichen Zähnen als auch von Zahnersatz von wesentlicher Bedeutung. Durchschnittlich beträgt sie etwa zwei Millimeter. Weiter wurzelwärts ist die keratinisierte Gingiva mit dem alveolären Knochen verbunden. Dieser Bereich wird als feste Gingiva bezeichnet und wird durch die mukogingivale Linie von der beweglichen Schleimhaut abgegrenzt. Auch dieser Bereich ist für die die optische und ästhetische Erscheinung sowohl der natürlichen Zähnen als auch von Implantatkronen oder Zahnkronen von wesentlicher Bedeutung. Bei Schädigung oder Totalverlust dieser befestigten Gingiva durch Knochenrückgang, beispielsweise nach länger bestehender Zahnfleischentzündung, wirken die Zähne leicht prominent und unvorteilhaft. Alleine Schädigung oder teilweiser Verlust der sehr empfindlichen Papillen, bzw. des kleinen Knochensporn der die Papille zwischen den Zähnen stützt, wirft erhebliche ästhetische Probleme auf die oftmals nicht langfristig befriedigend gelöst werden können. Die Berlin Klinik Parodontologie und die Berlin Klinik Prophylaxe helfen ihnen dabei Ihren Kieferknochen und ihr Zahnfleisch gesund zu erhalten. Siehe dazu auch: Prophylaxe und Implantate.

 

 

 

Hinweis: Die PZR ist nach Implantation, Zahnersatzversorgung oder OP im vorgegebenen Intervall zur Aufrechterhaltung Ihrer Garantie / Gewährleistung unabdingbar! Ohne regelmässige Pflege und Kontrolle riskieren Sie vorzeitige Schäden bis hin zum Verlust einer Zahnsituation.

 

 

Prophylaxe Vorsorge Zahnpflege 

Lesen sie hier eine sehr interessante wissenschaftliche Arbeit zum Thema Prophylaxe, die Geschichte der Zahnpflege, der grundsätzlichsten Massnahme zur Zahnerhaltung. Die geschichtliche Entwicklung einfachster Pflegemassnahmen bis zur heutigen modernen professionellen Zahnreinigung. Der Autor ist unser Kollege Zahnarzt Christoph Friedrich Kaden, Belegarzt der Berlin Klinik Zahnklinik Mitte  der sich auf ästhetische Rehabilitation und ästhetische Rekonstruktion, der höchsten Form der Zahnerhaltung spezialisiert hat:

 

 

1.Prophylaxe

1.1. Einführung:

Der Zahnschmerz und defekte Zähne sind eine alte Geißel der Menschheit. Schon in der Frühzeit wurde versucht die Schäden zu bekämpfen, sie zu mildern, zu heilen oder wie hier vorgestellt werden soll zu vermeiden. Doch ist uns das nur aus Überlieferungen alter Kulturen bekannt, nicht aus der menschlichen Frühgeschichte, wie etwa der Steinzeit. Obwohl man annimmt, dass Menschen dieser Zeit noch keine Vorsorge betrieben haben, wurde an den Skelettfunden aus der Steinzeit kaum Karies festgestellt. Erst in der Jungsteinzeit schienen sich Karies und starke Abnutzung der Zähne, infolge primitiver Mühlen zu häufen. Die Zunahme der Kariesfälle lässt sich durch die Veränderung der Nahrung begründen, deren Zuckergehalt anstieg. So begann der lange Weg der Vorsorge.

 

1.2. Allgemeine Begriffserklärung Prophylaxe:

Jeder, der den Begriff zahnheilkundliche Prophylaxe oder Vorsorge hört, denkt an das tägliche Zähneputzen, die Zahnseide oder auch die Kontrollen beim Zahnarzt. Dabei umfasst dieses Gebiet weit mehr als nur das Zähneputzen. Man unterscheidet die primäre, sekundäre und tertiäre Prophylaxe. Die primäre Vorsorge besteht aus den Maßnahmen zur Verhütung erster Schäden am Zahn, Zahnhalteapparat oder Zahnfleisch, bevor diese auftreten können. Beispiele dafür sind die Mundhygiene, Ernährungsberatung und Fluoridzufuhr. Die sekundäre Prävention befasst sich mit den Maßnahmen zur Erkennung und Behandlung von oralen Krankheiten in einem Frühstadium, in dem noch Aussicht auf eine Heilung besteht. Die Therapie umfasst nach Vorsorgeuntersuchungen, dann beispielsweise professionelle Zahnreinigung und minimalinvasive Füllungen. Die tertiäre Prophylaxe richtet sich gegen weitere Schäden am Zahn- und Zahnhalteapparat, die durch größere Therapiemaßnahmen verhindert werden sollen. Dazu zählen die anatomisch korrekte Wiederherstellung zerstörter Zahnhartsubstanz, größere Füllungen, Kronen, Brücken ...etc. und die parodontalprophylaktische Gestaltung von Interdentalräumen bei Zahnersatz. Ziel ist es jeglichen Zahnersatz bestmöglich einzugliedern, um weiteren Schäden vorzubeugen (1). In dieser Arbeit wird vornehmlich die Geschichte der primären und sekundären Prophylaxe dargelegt. Es soll gezeigt werden, aus welchen Gründen und mit welchen Mitteln der Mensch versucht hat seine Zähne zu schützen.

 

1.3. Ziele und Nutzen der Prophylaxe:

Die Frage der Vorsorge ist ein allgemeines Problem. Vor allem bei Jugendlichen taucht immer wieder die Frage auf „Warum denn?“ oder „Muss ich das machen?“. Aus Bequemlichkeit versuchen sie oft einen Weg zu finden, sich der lästigen, dreimal täglich zu erfüllenden Aufgabe zu entziehen. Aber der aufgeklärte moderne Mensch kennt die Antwort. Heute weiss man, dass Karies eine durch Bakterien hervorgerufene Krankheit ist und nicht ein von Binsenkrautsamen hervorgerufener s.g. Zahnwurm. Das wurde zumindest im Mittelalter und der Antike angenommen. Dadurch entstand ein falsches Bild von der zu betreibenden Vorsorge. Ein wichtiger Aspekt der Motivation zur Vorsorge ist die Angst vor dem Schmerz und der Schmerz selbst. Jeder, der schon Zahnschmerzen hatte, weiss, wie stark diese Schmerzen sind. Der Zahnschmerz ist schon so alt wie die Menschheit selber. Ambois Paré sagte: „Der Zahnschmerz ist der heftigste und grausamste aller Schmerzen, die nicht zum Tode führen“ (2). Um diese Schmerzen zu vermeiden, muss durch hygienische Maßnahmen vorgesorgt werden. Diese Erkenntnis kommt oft erst nach oder bei ersten Zahnschmerzen. Allerdings spielen in diese Fragestellung noch mehr Aspekte ein, wie. z.B. das Erscheinungsbild und die Funktion.

 

1.3.1. Ästhetik Prophylaxe:

Das Erscheinungsbild ist ein weiteres wichtiges Teilgebiet. Da Eitelkeit eine Schwäche des Menschen ist, will er überall und mit allem in voller Größe strahlen. Der Mund nimmt dabei eine große Fläche des Gesichtsfeldes ein. Dieser ist sein wichtigstes rhetorisches Medium. Bei jedem Essen, jeder Unterhaltung, jedem Wort, jedem Öffnen des Munds sind die Zähne samt Zahnfleisch sichtbar (3). Molcho geht weiter darauf ein, dass es ein typischer Reflex des Menschen bei der Unterhaltung mit einer anderen Person ist, die kariöse, verfärbte, freiliegende oder in jeglicher Hinsicht abnormale Zähne besitzt, einen weiten Abstand zu halten oder sich ungern mit der Person unterhalten zu wollen. Auch der Betreffende versucht diesen Mangel mit der vorgehaltenen Hand zu verstecken. Jemand mit weißen gesund aussehenden Zähnen hat die besseren Karten und wie in der Geschichte überliefert ist, wurde er höher angesehen. Diese Leute waren ausschließlich in höheren Ständen zu finden. Im Islam ist die Vorsorge besonders verankert. Dort ist ein Gebet mit sauberen Zähnen bei weitem mehr Wert als ein normales. Dadurch wurde aus der Zahnpflege eine regelrechte rituelle Handlung (4). Mundgeruch oder gerötetes Zahnfleisch können zu einer Isolation der betreffenden Person führen. Es wird in der heutigen Zeit großer Wert auf Äußerlichkeiten gelegt. Das führt dazu, dass viele Jugendliche und auch Ältere mehr Wert auf ihre Zähne legen als frühere Generationen. Ziel ist es im wesentlichen ein strahlendes Aussehen zu haben. Die gute Mundhygiene ist das Mittel dazu. Der eigentliche funktionelle praktische Grund für die Erhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates wird meist außer acht gelassen. Er spielt nur im Unterbewusstsein ein Rolle.

 

1.3.2. Funktion der Zähne und des Zahnhalteapparates:

Die Funktion der Zähne besteht vornehmlich in der Aufnahme und Zerkleinerung der Nahrung (5). Im Mund wird die Verdauung eingeleitet. Dabei dient der Zahnhalteapparat zur Stützung und Verankerung der Zähne im Knochen. Fällt eine dieser beiden Komponenten weg, so ist die Nahrungsaufnahme gestört und es kann zu Funktionsproblemen kommen. Beim Verlust eines einzelnen Zahns, wird die Funktion zunächst wenig beeinflusst. Wenn allerdings mehrere Zähne fehlen, kommt es zur Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme. Dies ist am Beispiel älterer Leute erkennbar. Infolge des Zahnverlustes ist die Zerkleinerung und Aufbereitung der Nahrung stark einschränkt. Der dadurch bedingte Nährstoffmangel wirkt sich wieder negativ auf ihre Gesundheit und auf ihr Immunsystem aus. Früher hatte das sogar weitreichende Konsequenzen. So war es bei Eskimos in Nordgrönland lange Zeit Tradition, dass die Frauen Robbenfelle kauen mussten, um sie für die Verarbeitung zu Stiefelsohlen geschmeidig zu machen. Mit der Zeit wurden die Zähne bis auf das Zahnfleisch abgewetzt. Um danach für die Familie nicht als Belastung zu wirken, gingen sie in die Eiswüste, um zu sterben (6). In diesen gesellschaftlichen Verhältnissen bedeutete der Zahnverlust einen Verlust der sozialen Funktion in der Gemeinschaft, für die reine Kostgänger eine große Belastung darstellten. Auch die Erfindung der Mühle in der Steinzeit führte durch die Abnutzung der Zähne zu teilweisem Funktionsverlust. Durch das Aufeinanderreiben der Steine wurde dem Mehl feiner Gesteinsstaub beigemischt, der mit der Zeit eine sandpapierartige Wirkung auf die Zähne und danach auf das Zahnfleisch hatte. Heute stellt der komplette Zahnverlust, aufgrund der gesellschaftlichen und technischen Möglichkeiten nicht mehr das Problem früherer Zeiten dar. Ein Ersatz wird aber immer ein Ersatz bleiben. Die Natur lässt sich nicht verbessern! Dies ist ein wichtiger Grund für Prophylaxe, um die Zähne und den Zahnhalteapparat langfristig als funktionsfähiges System zu erhalten. Zahnverlust ist kein Schicksal! Die Wichtigkeit gesunder Zähne zeigt sich nach Meyer auch in aktuellen Forschungsergebnissen, die Zusammenhänge zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, Frühgeburten und entzündlichen Parodontalerkrankungen belegen. Meyer weist weiter darauf hin, dass Kopf-, Gesichts- und migräneartige Schmerzen, sowie orthopädische Probleme einen hohen Anteil zahnmedizinischer Kausalität haben. Aber um sich vor Krankheiten schützen zu können, muss man auch die Krankheit selber kennen.

 

2. Krankheiten der Zähne und des Zahnhalteapparates

2.1.Karies:

Die Hauptschäden, die am Zahn oder Zahnhalteapparat auftreten können, sind  Karies und Parodontitis.

Karies (= Mundfäule) ist eine Infektionskrankheit, die besonders durch die Bakterienart Streptococcus mutans hervorgerufen wird. Diese Bakterien besitzen die Fähigkeit aus Nahrungszucker unter anaeroben Bedingungen, die durch die Dicke der Zahnbeläge entstehen, Säure zu bilden. Das hat eine Senkung des pH-Wertes zur Folge, die an der Zahnhartsubstanz eine Demineralisation bewirkt und somit eine Zerstörung der Zahnhartsubstanz zur Folge hat (7).

 

2.2. Parodontose Parodontitis Berlin:

 Die Parodontose (Parodontopathie) ist eine Erkrankung der Parodontien (Zahnhalteapparat). Bei mangelnder Mundhygiene sammeln sich wie oben geschildert Zahnbeläge auf der Zahnoberfläche an; z.T. werden sie durch Mineralien des Speichels durchsetzt. Es bildet sich Zahnstein. In den Zahnbelägen (Plaque) und im Zahnstein befinden sich spezifische Bakterien, deren Stoffwechselprodukte und Enzyme eine Destruktion der Parodontien bewirken. Zusätzlich bewirken bestimmte Bakterienstämme durch Bildung spezifischer Enzyme ein rasches Fortschreiten der Gingivazerstörung, so dass aus der anfänglich oberflächlichen Gingivitis eine Parodontitis (Zahnfleischtaschenentzündung) wird (8).Parodontose meint den nicht-entzündlichen (altersbedingten) Abbau von Kieferknochen, Zahnhalteapparat.  

 

3.Prophylaxe in außereuropäischen Kulturen

3.1.Der Orient und Zahnpflege:

Die ältesten Hochkulturen Mesopotamiens, Ägyptens und des nahen Ostens sind uns durch ihre Schriften bekannt. Aufgrund ihres kulturellen Fortschritts hatten sie auch einen entsprechend hohen Entwicklungsstand in der Medizin. Manches hat sich sogar bis in die heutige Zeit erhalten. Damals bildeten sich die Anfänge der heutigen Medizin und Vorsorge.

 

3.1.1. Ägypten und Zahnpflege:

Die ägyptische Hochkultur begann um etwa 3000 v.Chr. Die (ägyptische) Medizin spezialisierte sich damals bereits auf die Ohren-, Augen- und Zahnheilkunde. Trotz der Fortschritte litten die alten Ägypter an verschiedenen oralen Krankheiten und u.a. auch an Abnutzungserscheinungen der Zähne, die von ihrem grobkörnigen Hauptnahrungsmittel dem Brot herrührten, das den Steinabrieb der Schleifsteine enthielt. Es ist aber nicht bekannt, ob sie jemals etwas gegen diese Abnutzung getan bzw. den Grund dafür gefunden hätten. Allerdings besaßen sie eine „primitive“ Art der Mundhygiene. Morgens war es Sitte sich den Mund mit Natron zu spülen. Hierbei taten sie wissend oder unwissend das Richtige. Durch die Basizität Natrons (Natriumhydrogencarbonat NaHCO3) wurde der Säuregehalt im Mund neutralisiert (9). Natriumhydrogencarbonat (Backpulver) findet man aus diesem Grund noch heute in vielen Zahncremes. Außerdem verfügten die Ägypter über eine weite Palette an Zahnpulvern und Zahnkräftigungsmitteln. Eines davon beschreibt Hoffmann-Axthelm: „Terebinthenharz[1] 1; Ocker 1; Malachit 1; werde zu Puder gemacht, werde an den Zahn gegeben“ (10). Die Zweckmäßigkeit des Präparates ist allerdings aus heutiger Sicht fragwürdig. Obwohl tausende Toiletten- und Kosmetikartikel bei Ausgrabungen gefunden wurden, wurde bis heute keine Zahnbürste oder ein ähnliches Utensil gefunden (11). Weitere Empfehlungen zur Mundhygiene sind für die Zeit des Alten Ägyptens nicht belegt.

 

3.1.2. Mesopotamien und Zahnpflege:

Die Hochkultur der Sumerer zwischen Euphrat und Tigris bestand zwischen 3500 bis 3000 v.Chr. Durch Niederschrift ihrer Dokumente auf Tontafeln, die uns teilweise bis heute erhalten geblieben sind, wissen wir einiges über ihre berühmten Gesetze und ihre Heilkunde. Auf Grund ihrer Gesetze weiß man, dass Zähne einen relativ hohen Wert hatten, den es zu schützen galt. So hatten sie die Sitte ihre Zähne vor jedem Essen mit einer Spülung aus Wasser, Minze, Baumrinde und Alaun[2] zu reinigen (12). Damit wurde einerseits nur der Mundgeruch überdeckt, andererseits ergibt sich durch die in der Minze enthaltenen ätherischen Öle eine bakteriostatische (bakterienhemmende) Wirkung. „Von ätherischen Ölen ist bekannt, das sie [...] bakteriostatische bis bakterizide Eigenschaften haben“ (13). Hier war also durchaus ein antiseptisch-therapeutischer Wert gegeben. Die Vorsorge war schon auf relativ hohem Niveau. Bei Ausgrabungen bei Tepe Gawra[3] wurden Toilettenartikel gefunden, die das belegen. Die 4000 Jahre alten Fundstücke, die wohl nur überdauert haben, weil sie aus Metall gearbeitet waren, umfassen einen Make-up-Applikator, Ohrreiniger und einen fein gearbeiteten Zahnstocher. Aufgrund der edlen Verarbeitung gehörten sie wohl einer wohlhabenderen Person. Allerdings ist hier anzumerken, dass ein Zahnstocher aus Holz – wie er wahrscheinlich von der ärmeren Bevölkerung benutzt wurde - sinnvoller gewesen wäre, da er im Gegensatz zum Metall den Zahnschmelz nicht schädigt. Wir können aber daraus schließen, dass der Zahnstocher schon viel früher existiert hat, aber, da meist aus Holz gefertigt, die Jahre nicht überdauert hat. Somit ist er das älteste uns bekannte Hilfsmittel zur Mundhygiene (14).

 

3.2. Der asiatische Raum und Zahnpflege:

Der asiatische Raum war uns geschichtlich betrachtet in vieler Weise voraus, sowohl kulturell als auch in der zahnmedizinischen Vorsorge. Hier entstanden viele Hochkulturen und Reiche in denen es zu Entwicklungen kam, die die des Abendlandes übertrafen.

 

3.2.1. Indien und Prophylaxe:

Die indische Urbevölkerung lässt sich bis ins 3. und 4. Jahrtausend zurückverfolgen, obwohl uns von dieser Kultur keine Schriften hinterlassen worden sind. Trotzdem sind die Fundamente von reich bevölkerten Städten (z.B. Mohenjo-Daro oder Harappa im heutigen Pakistan) um 2300 v.Chr. erhalten geblieben, die überraschend gute allgemeinhygienische Anlagen besaßen. Aus dieser Zeit sind uns aber keine Schriften oder Instrumente für die zahnmedizinische Prophylaxe überliefert. Erst im brahmanischen Reich, als die Kaste der Priester die geistige Führung übernahm, finden wir erste schriftliche Überlieferungen über Heilpflanzen und die allgemeine Mundhygiene. Um 400 v.Chr. wird in frühsten Schriften die Vorsorge auf dem s.g. Bower-Manuskript erwähnt. In diesem sind 6 Rezepte über Zahn- und Mundpflege enthalten, wie z.B. ein Gurgelwasser aus Barringtonia[4], Senf, Bengalpfeffer, Ingwer, alkalischer Asche und Salz (15). Diese Tinktur wird sich durch die alkalische Asche, die die Säure im Mund neutralisiert und die Gewürze samt dem Salz (tonisierend auf Gingiva), durchaus positiv ausgewirkt haben. Sie war also von prophylaktischen Nutzen. Außerdem war der Zahnstocher bekannt, zu dem nach jedem Essen gerate wurde (16). Zur allgemeinen Mundpflege gehörte schon zu dieser Zeit das morgendliche Zähneputzen. Die Zahnbürste bestand nach Ganzauge aus einem nicht frischen und nicht wurmstichigen Zweig, dessen Ende aufgefasert wurde. Länge, Dicke und Art des Holzes[5] waren genau vorgeschrieben, wobei letzteres je nach Putzweise variierte. Als Zahnpasta wurde ein Gemisch aus Honig, Öl, Bengalpfeffer, Zimt, Ingwer und Salz verwendet (durch den Zusatz von Honig wirkt sich  dieses Präparat allerdings weniger nützlich aus)(17). Nach dieser Prozedur wurde dazu geraten die Zunge mit einem Metallschaber zu reinigen. Auf Grund neuer wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden erlebt der Zungenschaber, als s.g. Zungenbürste z.Z. eine Renaissance.

 

3.2.2. China und Zahnpflege:

Auch China war hochentwickelt. So hatten die Chinesen bereits um 2000 v.Chr. Hund, Schwein, Schaf, Ziege und Pferd domestiziert, die Töpferscheibe erfunden und um 1500 v.Chr. webten sie Stoffe aus Seide. Außerdem entwickelten sie ein Gesetzbuch, erfanden das Papier, ein fußballähnliches Spiel, das Schießpulver, den Kompass, die Brille, das Papiergeld, sowie den Buchdruck mit Lettern aus Holz und besonders erwähnenswert im zahnmedizinischen Sinn das Amalgam. In Anbetracht dieser Erfindungen und des Fortschritts, ist es nicht verwunderlich, dass sie auch in der Prophylaxe, die schon zum hygienischen Standard gehörte, entsprechend weit waren. Durch die Entfernung von Speiseresten aus dem Mund sollte die zerstörende Wirkung des Zahnwurmes (s. 1.3) oder Chong ya verhindert werden. Deshalb wurde nach jedem Essen neben Mundspülungen besonders das Zähneputzen empfohlen (18). Die ersten schriftlich erwähnten Zahnbürsten in China tauchen 1498 in pinselförmiger Form auf. Rund hundert Jahre später wird die heute noch übliche Zahnbürste mit senkrecht stehenden Borsten erfunden (19). Aber auch der bekannte Zahnstocher ist im alten China als fein gearbeiteter Toilettenartikel vorzufinden (20). In heutiger Zeit ist vom damaligen Fortschritt nichts mehr zu merken. Es mangelt dort z. Z. an ausgebildeten Zahnärzten und daraus bedingt auch an den entsprechenden Vorsorgeleistungen. Demgegenüber sind praktizierende Scharlatane auf den Straßen anzutreffen (21).

 

3.2.3. Japan und Prophylaxe / Zahnpflege:

Die Kulturen Japans und Chinas weisen auf Grund der regionalen Nachbarschaft und gemeinsamen Religion viele Gemeinsamkeiten auf. Buddhisten führten im 6. Jahrhundert in Japan die Zahnbürste ein, die damals noch – wie in China – aus einem pinselartigen Stöckchen bestand. Da es ihrer Religion entsprach, mussten die Buddhisten vor jedem Gebet die Zähne putzen und die Zunge abschaben (22). Aber auch tägliche Mundspülungen und die Verwendung von Zungenschabern waren in Japan weit verbreitet (23). Japan ist auch bekannt als das „Land der schwarzen Zähne“. Verheiratete Frauen färbten sich als Zeichen der Zugehörigkeit zu ihrem Mann die Zähne mit Eisentannat[6], wodurch sich ein schwarzer Belag bildete, der aber regelmäßig erneuert werden musste. Nebeneffekt dieser Schwarzfärbung war aber eine Erkrankung des Zahnfleisches. Auf das Erkennen des Zusammenhangs zwischen der Eisentannatbehandlung und Erkrankung des Zahnfleisches wird in den Quellen nicht weiter eingegangen, so dass zu vermuten ist, dass er nicht erkannt wurde.  Die Zahnbürsten in der Tokugawazeit (um 1600) wurden aus Weidenzweigen hergestellt, deren Ende zu diesem Zweck geschlagen wurden, damit es auffaserte. Dabei waren die Bürsten für Frauen weicher als die für Männer, damit der schwarze Belag nicht so schnell abgebürstet werden konnte. Der Stiel war abgeflacht und wurde als Zungenschaber benutzt. Durch eine in Wasser getauchte Zweigbürste, wurde eine Politur aus Erde, Salz und Moschus aufgetragen. Zahnstocher, die unseren im wesentlichen ähnlich waren, Zahnbürsten und Reinigungspulver (Zahnpulver) wurden in speziellen Geschäften verkauft, die die Tempelstraßen säumten (24). M.E. zeigt sich hier schon eine recht modern anmutende Zahnpflege. Mittels primitiver Mittel wird eine unter diesen Umständen gute Zahn- und Zahnzwischenraumreinigung erreicht. Die Zunge ist als Bakterienreservoir erkannt worden und wird entsprechend in die Mundpflege einbezogen. Durch Reinigungszusätze wie die Erde wird eine zusätzliche mechanische Abrasion (Abnutzung) von Zahnauflagerungen erreicht; das Salz übt, wie unten erläutert wird, eine positive Wirkung auf das Zahnfleisch aus.

 

3.2.4.Das islamische Reich und Zahnpflege:

Die islamische Welt lässt sich durch den erreichten Fortschritt als eine Art Hochburg der Naturwissenschaften und Medizin in der damaligen Zeit bezeichnen. Ein Grund dafür war, dass sowohl Araber als auch Hebräer eine enge Verbindung zwischen den Naturwissenschaften, der Medizin im Allgemeinen, der Zahngesundheit im Speziellen und der Religion sahen (25). Es gab eine Vielzahl arabischer Gelehrter, die sich mit den Naturwissenschaften und der Medizin befassten. So erläutert Ali ibn-Sahl Rabban at-Tabari um 850 n.Chr. in seinem Werk Paradies der Weisheit die Behandlung von Mundgeruch sowie Zahnpastarezepte. Abul Quasim (* 936) erkannte, dass Zahnstein eine Hauptursache von Parodontopathien ist. Er entwickelte verschiedene Instrumente zur Entfernung von Zahnbelag durch Schaben. Das ist um so bemerkenswerter, als bis heute die mechanische Zahnwurzelreinigung mit schabenden Instrumenten im Mittelpunkt einer Parodontalbehandlung steht. Einer der bedeutendsten islamischen Ärzte war Avicenna[7]. Er betonte die Notwendigkeit der Vorsorge, die Zähne sauber zu halten und empfahl zu diesem Zweck Zahnpasten aus Meeresschaum, verbranntem Hirschhorn, Salz, verbrannten  und gemahlenen Schneckenhäusern (26). Diese Paste wird sich, durch die Salze, die adstringierend wirken, und die mechanischen Einflüsse des Schneckenhauspulvers durchaus positiv ausgewirkt haben. Den Durchbruch für all diese Erkenntnisse bewirkte allerdings Mohammed (* 570 n.Chr.). Er verankerte die Mundhygiene durch Integration in den Koran in die Religion. So hatte man sich am Tag fünf rituellen Waschungen zu unterziehen, die vor den Gebeten stattfanden. Zu diesen s.g. Waschungen zählte auch das dreimalige Ausspülen des Mundes, wodurch insgesamt 15 Spülungen am Tag zusammenkamen. Er führte auch neben dem Zahnstocher und Zahnfleischmassagen durch die Finger, das Zahnputzholz, genannt Siwak oder Miswak ein (27). Durch die Mundspülungen fand zum Teil eine mechanische Reinigung (Spüleffekt), zum Teil eine Verdünnung und Neutralisation chem. Noxen und der Bakterienkonzentration im Mund statt. Also wurden durch Mundspülungen durchaus prophylaktische Wirkungen erzielt. Heute weiss man, dass solche Spülungen zwar zwischendurch eine Notlösung darstellen, aber die eigentliche Mundhygiene nicht ersetzen können.

 

3.2.5. Das Prophylaxe Zahnputzholz:

Das Zahnputzholz (oder auch Zahnpinsel, Zahnfege, Holzfege, vegetabilische Zahnbürste, Zahnstöckchen) ist wahrscheinlich die älteste Zahnbürste der Welt. Es war schon bei den Indern bekannt (s. Indien). Mohammed fertigte es aus dem Arakbaum[8]. Die Verarbeitung aus den Stämmen, Zweigen, Stielen oder Wurzeln ist denkbar einfach: Das Holz wird zu 1cm dicken und 13-30cm langen Stücken zurechtgeschnitten. Ein Ende wird dann rund 24h in Wasser eingeweicht, bis es sich pinselartig auffächert. Sind diese Fasern abgenutzt, so werden sie einfach abgeschnitten und ein neuer Teil benutzt. Zusätzlich werden Reinigungsmittel wie Holzkohle, Asche, Salz oder weißer Sand verwendet. Es sind aber auch alte Zahnpulver bekannt, die aus Hirschornasche, Mastix, Salz, Alaun, Myrrhe und Honig bestehen. Der Miswak (s.o.) ist aber auch bei anderen Völkern (unabhängig vom Islam) bekannt und wird heute noch in gleicher Weise benutzt. So wird er in vielen Ländern der dritten Welt kommerziell vertrieben (28). Verwendet wird der Miswak, wenn Verfärbungen auftreten, wenn sich der Geschmack im Mund verändert, nach dem Aufstehen und zu jeder Tageszeit, vor dem Gebet und vor den Waschungen. Untersuchungen ergaben, dass der Miswak nicht nur vom mechanischen seine Wirkung zeigt. Das Holz beinhaltet gewisse Mengen an Natrium, Adstingentien (Gerbsäuren) und, wie neuere Untersuchungen zeigten, einen hohen Fluoridgehalt, was ihn doppelt effizient macht (29). Außerdem führt die Massage der Gingivitis zu einer besseren Durchblutung und so zu einem gesunden Zahnfleisch. Es gibt auch Nachteile der Zahnfege, wie Verletzungen der Gingiva und die unzureichende Säuberung der Seitenzähne, insbesondere der Zahnzwischenräume. Diese treten nach Türp allerdings nur durch Anwendungsfehler auf. Sonst lassen sich durch die Zahnfege fast die gleichen Ergebnisse erzielen wie mit der Zahnbürste. M. E. entstehen die Nachteile wie Verletzungen der Gingiva wohl mehr durch die herstellungsbedingte nicht adäquate anatomische Gestaltung der Zahnputzhölzer, die insbesondere in den Zahnzwischenräumen der Seitenzähne schwierig zu handhaben ist. Unter den Bedingungen, die in den Regionen herrschen in denen es angewendet wird, erfüllt es durchaus seinen Zweck und ist, weil billig und schnell verfügbar, das ideale Reinigungsinstrument.

 

3.3. Die Azteken und Inkas und Prophylaxe:

Das vorkolumbianische Amerika beinhaltete viele Hochkulturen, wie die Azteken und Inkas. Diese waren in der Viehzucht, Ackerbau, Kunst, Handwerk und Architektur sehr weit entwickelt. Sie bauten riesige Städte, Straßen, Festungen, Tempel, Äquadukte und Bewässerungsanlagen. Durch Naturbeobachtungen und die Religion hatten sie schon ein weites Wissen über die Astronomie und Astrologie. Erst durch die Entdeckung Amerikas und die Kämpfe der Spanier wurden diese Kulturen und ihr niedergeschriebenes Wissen vernichtet. Deshalb wissen wir heute nur sehr wenig über ihre Erkenntnisse. Die Azteken und Inkas waren sehr eitel und legten sehr viel Wert auf ihr Aussehen. Ihr Schönheitsideal ging soweit, dass sie ihre Zähne durch erste Steininlays schmückten. Die Zahnpflege war sehr ausgeprägt. So besaßen sie Zahnpinsel aus Wurzeln (30). Nach jedem Essen sollte man sich die Zähne reinigen und darauf achten, dass kein Fleisch zwischen ihnen gelassen wird. Dann sollten sie mit kalten Wasser gewaschen, mit einem Tuch geputzt, mit Kohle gereinigt und mit Salz gepflegt werden. Zu Harnspülungen wurde geraten. Man sollte auch nicht übermäßig Heißes oder Kaltes zu sich nehmen, sondern nur Lauwarmes. Die Azteken legten auch großen Wert auf die Entfernung von Zahnstein. Dieser wurde durch quautepuztli[9] imprägniert und konnte dann im aufgeweichten Zustand mit einem Kupferinstrument entfernt werden. Die Zähne wurden durch Cochenille dunkelviolett oder rot gefärbt, was, wie man heute weiss, eine konservierende Wirkung hatte und so, als eine Art Vorbeugemaßnahme angesehen werden kann. Für die Azteken hatte es wohl mehr einen kosmetischen Hintergrund (31). Die Inkas hatten eine ähnliche Prophylaxe. Sie kauten morgens die Blätter des Piyu-Baumes[10] und die Beeren des Nashumbi-Strauches auf nüchternen Magen, spuckten die Reste aus und nahmen kurz danach keine heißen Speisen oder Getränke mehr zu sich. Durch das Kauen dieser Pflanzen wurden die Zähne mit einem schwarzen Belag überzogen, der vier bis sieben Monate anhielt. Diese Vorbeugemaßnahmen wurden fast ausschließlich von Männern betrieben, die diese Blätter ab dem zehnten bis zwölften Lebensjahr ohne zu essen oder zu trinken kauten, bis die Zähne schwarz waren. Nach Berichten sollen sie ihre Zähne ein Leben lang behalten haben. Außerdem vermieden sie jegliche süßen Früchte und Honig während der Jagd (32). Sowohl bei den Azteken, als auch bei den Inkas wurden durch genaue Beobachtungen, heute wissenschaftlich nachvollziehbare Erkenntnisse gezogen. So haben die Harnspülungen durchaus eine positive Wirkung auf das Zahnfleisch ausgeübt. Einerseits wirkten darin enthaltene Salze tonisierend auf das Gewebe, andererseits hatte der Harnstoff einen positiven Effekt auf Haut und Schleimhäute. So ist auch heute noch in zahlreichen dermatologischen Darreichungen synthetisch hergestellter Harnstoff enthalten. Die von den Inkas gekauten Pflanzenteile enthielten – wie man heute weiss - bakterizide, d.h. bakterienhemmende Substanzen.

 

4. Prophylaxe innerhalb Europas und Amerikas

4.1. In der Antike:

Die großen Kulturen Chinas und Indiens hatten auf das Leben in Europa keinen nennenswerten Einfluss. So liegen die Wurzeln Europas in den Altkulturen Ägyptens und Assyriens. Das Bild der weißen sauberen Städte, welches uns heute vermittelt wird, ist falsch. In der Antike sahen die Städte, wegen der nicht vorhanden Kanalisation, dreckig aus und sollen erbärmlich gestunken haben. Obwohl die Griechen durch ihre Philosophie unsere heutige Medizin begründeten und die Römer viel von den Griechen übernahmen, war es im Punkt Hygiene und Vorsorge genau anderes herum.

 

4.1.1. Der griechische Raum:

Der Zahnstatus war in Griechenland sehr wichtig, da starke Zähne gute Gesundheit und große Zähne Wildheit symbolisierten. Daher ist es recht verwunderlich, dass die eigentliche Vorsorge, d.h. Verhütung von Zahnschäden erst unter römischer Herrschaft vermittelt wurde, obwohl die Griechen in der heilenden Medizin schon recht bewandert waren. Sie konnten zwar Schäden reparieren, ihnen aber nicht vorbeugen. Ihre Zahnpflege beschränkte sich auf das Reinigen der Zähne mit Alabaster, Korallenpulver, Rost, Schmirgel und Ähnlichem, wodurch auf der einen Seite eine sichtbare Wirkung erzielt wurde, auf der anderen Seite die Zähne stark abgenutzt wurden (33). Den Grund der Abnutzung konnten sie jedoch nicht richtig zuordnen. Eine tatsächliche Vorsorge wurde erst durch Diokles, der in der Zeit der römischen Herrschaft um 300 n.Chr. in Athen lebte, bekannt. So sollte man sich nach dem Aufstehen waschen und die Zähne mit den Fingern und dem Saft zerriebener Minze reinigen (34).

 

4.1.2. Der römische Raum:

 Die Mundhygiene hatte bei den Römern einen höheren Stellenwert, als im antiken Griechenland. Die Römer kannten zwar noch keine Seife, benutzten aber dafür reichlich Wasser. Im 4. Jahrhundert war es morgens üblich sich die Zähne mit Wasser zu waschen. Auch Zahnpulver erfreuten sich allgemeiner Beliebtheit, wobei galt: Je aufwendiger die Zubereitung und je mehr Zutaten, desto höher wurden die Zahnpulver geschätzt. Für ihre Herstellung benutzte man eine Reihe an Stoffen, wie Knochen, Eier- und Austernschalen, die verbrannt wurden. Für den Gebrauch wurden sie teilweise noch mit Honig - wahrscheinlich als Trägermittel - vermischt. Ring (35) beschreibt, dass diesen Zahnpulvern auch Myrrhe und Salpeter beigemischt wurden, um die Zähne zu kräftigen. Das Salz hatte, wie die Römer schon erkannt hatten, neben der eigentlichen Reinigung eine adstringierende (straffende) Wirkung auf das Zahnfleisch (für die ätherischen Öle gilt: s. 3.11 Ägypten). Die fein gemahlenen Bestandteile der Knochen und Muschelschalen dienten als Putzkörper, während andere Zutaten mehr nach Aberglauben und Einbildung ausgesucht wurden und den Stellenwert unnutzer Beigaben hatten.

 

4.2.Byzanz:

 In Byzanz wurde sehr wenig Wert auf medizinische Vorsorge und Reinlichkeit gelegt. Erst Paulus von Äginga (625-690) trug einiges zu diesem Thema bei. Er verwies auf die Notwendigkeit der Zahnsteinentfernung. Dies geschah durch einen Meißel oder andere Instrumente. Auch warnte er vor Speisen, die zu Erbrechen oder zu klebrigen Rückständen auf den Zähnen führen könnten. Hier wird erstmalig das Erbrechen als Ursache für Zahnschädigungen erwähnt. Heute ist dieses Thema wieder aktuell. So sind bei den an Anorexia nervosa[11] Erkrankten die Zähne im Oberkiefer oft stark verätzt. Das hat seine Ursache in der Salzsäure des Magensafts, die bei Erbrechen in die Mundhöhle gelangt. Paulus v. Ä. empfahl keine harten Gegenstände mit den Zähnen aufzubrechen. Außerdem stellte für ihn die Zahnreinigung am Abend nach der letzten Mahlzeit die wichtigste dar (36). Das ist m.E. bemerkenswert, lässt es doch vermuten, dass er durch Beobachtungen dem Speichelfluss, der Nachts eingeschränkt ist oder aber auch tagsüber der mechanischen Reinigung durch Verzehr harter Nahrung, durchaus schon eine wichtige Rolle beimaß.

 

4.3.  Westeuropa und Prophylaxe:

Das Frühmittelalter in Westeuropa ist ungefähr vom fünften bis zum zwölften Jahrhundert datiert. Die bedeutendste Aufzeichnung über die Prophylaxe stammt von der Äbtissin Hildegard von Bingen (1099-1179). Zwar hielt sie den antiken Glauben an den Zahnwurm[12] weiterhin aufrecht, gelangte aber zu einem entscheidenden Fortschritt in der Zahnheilkunde und zahnmedizinischer Vorsorge. Sie machte den Zahnbelag für die Aktivität des Zahnwurmes verantwortlich. Deshalb riet sie zu vorbeugenden Maßnahmen gegen die Entstehung von Zahnbelägen. Man sollte sich morgens und über den laufenden Tag verteilt den Mund mit kaltem Wasser spülen (37). Die Effizienz von Spülungen ist zwar sehr gering, aber auf den möglichen therapeutischen Effekt bin ich bereits eingegangen.

 

4.4. Hoch- und Spätmittelalter:

Das  Hoch- und Spätmittelalter war eine relativ „tote“ Zeit für die Medizin und Forschung, da die Kirche jegliche Aktionen dieser Art verbot. Die Kirche bildete das Maß aller Dinge. Sie legte fest, was gelehrt wurde. Alle Gebiete der Ätiologie galten als ketzerisch und gegen die Schöpfung Gottes gerichtet. So wurde viel Forschungspotential im Keim erstickt. Uns ist deshalb nichts nennenswertes aus dieser Zeit verblieben, bis auf die Volksmedizin, wie sie auf Jahrmärkten und auf der Straße von Quaksalbern betrieben wurde. Hierbei handelt es sich nach Hoffmann-Axthelm fast nur um Dreckapotheken und die Verehrung heidnischer Amulette. Darum wurde auch diese Art der Medizin von der Kirche streng missbilligt. Was man als Medizin bezeichnen  konnte, wurde mehr oder weniger im klösterlichen Bereich gepflegt, in Form von Pflanzenmedizin und Weitergabe der Werke Avicennas. Eine breite Umsetzung dieses Wissens fand nicht statt, so dass diese Art der Medizin für die Vorsorge für etwa 700 Jahre bis zur Renaissance keine Rolle spielte.

 

4.5. Die Renaissance:

Das 16. Jahrhundert brachte der Medizin und den Naturwissenschaften, bedingt durch die gesellschaftlichen Umwälzungen der Reformation und die Wiederentdeckung der Ideale der Antike, einen gewaltigen Aufschwung. Es wurde geforscht und philosophiert, Aufklärung war ein weit verbreitetes Thema. So wurde 1530 in Leipzig das ‚Artzney Buechlein’ veröffentlicht, dass sich ausschließlich mit der Zahnheilkunde beschäftigte. In verschiedenen Kapiteln wird auch besonders die zahnmedizinische Vorsorge angesprochen. Dazu gehörten das Spülen und Reinigen der Zähne nach dem Essen, sowie die Meidung klebriger, sauerer oder zu harter Nahrung, wie z.B. von Nüssen und unreifem Obst. Auch vor hohen Temperaturschwankungen beim Essen oder Getränken wird gewarnt. Ähnlich wie bei Paulus v. Ä. (s. Byzanz) erfasst der anonyme Autor die bemerkenswerte Erkenntnis, dass Erbrechen den Zähnen schadet; ist diese Emesis nicht zu vermeiden, so sollte man den Mund danach reinigen und mit Rosenwasser und Essig ausspülen. In einem anderen Kapitel über die ‚gelben und schwarzen Zähne’ spricht er über die Entfernung von Belägen und dem s.g. ‚Weinstein’ oder ‚Gips’ (Zahnstein). Dieser sollte mit einem speziellen Messerchen oder Instrumenten abgekratzt und mit speziellen Zahnpulvern behandelt werden. Ein kleines Kapitel gibt noch konkrete Hinweise zur Erhaltung gesunder Zähne, worin das morgendliche Abreiben der Zähne mit einem groben Leinentüchlein und Salz eine besondere Rolle spielt. Nach den Mahlzeiten sollte der Mund mit Wein oder Bier ausgespült werden, um Speisereste wegzuspülen (38). Leider konnten sich diese Erkenntnisse durch die gesellschaftlichen und die individuellen Gegebenheiten noch nicht durchsetzen, sie sind aber, wenn man die lange Zeit der Stagnation bedenkt, sehr bemerkenswert. Ein andere Abhandlung über die Notwendigkeit der Vorsorge ist der ‚Nützliche Bericht’ von Hermann Ryff, erschienen in Würzburg um 1548. Er erwähnt die Entfernung von Speiseresten mittels Zahnstocher aus Zypressen-, Rosmarin- oder Wacholderholz, wobei er vor Verletzungen des Zahnfleisches warnt. Nach dieser ersten Reinigung ist der Mund mit einem kräftigen Wein, der mit weiteren Zutaten, wie Mastixkörnern, Zimtrinde, Wacholderbeeren, Galgantwurzel und Rosmarin, bereichert werden kann, auszuspülen. Zur Zahnsteinentfernung rät er zu von ihm angegebenen Pasten und Pulvern, die jedoch eine stark abrasive Wirkung gehabt haben müssen, weshalb er auch warnt zu stark zu reiben. M.E. ist dies ein Fortschritt, weil erkannt wurde, dass feste Auflagerungen nur mechanisch beseitigt werden können. Im damaligen Erkenntnisstand war aber noch nicht vorherzusehen, dass durch Abrasion auch eine Schädigung der Zahnhartsubstanz erfolgt. Auch der schon im alten Japan erwähnte Zungenschaber wird von ihm empfohlen. Ryff gibt ausführliche Anweisungen zur Zubereitung von Zahnpulvern, Spülungen und Pasten an, mit denen Zähne und Parodontium gereinigt, gefestigt, gepflegt und gestärkt werden können. Dabei finden die Übergänge von Prophylaxe und Therapie fließend statt (39). Ein solches Zahnpulver gegen Mundgeruch, Zahnfleischschwund und zum Bleichen bzw. Reinigen setzt sich aus Zimt, Nelken, Indische Narde, Mastix, Weihrauch, Weizen, Eiklar, Krebsfüßen, Dattel- und Olivenkernen zusammen. Mit dieser Substanz werden die Zähne abgerieben und sie wird auf das Zahnfleisch aufgebracht. Außerdem gibt er in verschieden Zeichnungen Einblicke in die damaligen Zahnreinigungsinstrumente (40). In England wurde die Zahn- und Mundhygiene, obwohl in vielen Schriften dazu geraten wurde, von der allgemeinen Bevölkerung nicht beachtet. Das hängt mit der damals noch nicht vorhandenen Volksbildung und mangelnder Verbreitung teurer Literatur zusammen. Dagegen konnte sich die wohlhabendere Bevölkerung Zahnpasten und teure Seife leisten. Vor allem in Adelskreisen galt es als modern importierte Zahnstocher aus Frankreich, Spanien und Portugal zu benutzten. So waren goldene Zahnstocher oder Behälter mit Zahnstochern, die um den Hals getragen wurden ein schickes Accessoire. Königin Elisabeth hatte Zeit ihres Lebens Probleme mit ihren Zähnen. Sie sollen sehr unansehnlich ausgesehen haben. Sie bekam mit 37 Jahren sechs goldene Zahnstocher und in silber und schwarz eingefasste Zahntücher geschenkt. Ob ihr die Geschenke noch genutzt haben ist unbekannt (41). Wir finden also in der Renaissance ein Aufleben der alten Traditionen der Antike und eine enorme Entwicklung in der gesamten Medizin, aber auch neuer Bereiche wie der Zahnprophylaxe.

 

4.6. Prophylaxe im 17. Jahrhundert:

Das 17. Jahrhundert ist bekannt für den Absolutismus und den dreißigjährigen Krieg. Es fand eine Neubegründung der theoretischen Disziplinen statt. So wurde von dem Holländer Zacharias Jannssen das Mikroskop erfunden, mit dem Antony van Leeuwenhöeck seine ‚Speicheltierchen’ entdeckte. Auch wurde von ihm die Anatomie des Zahnes begründet, indem er im Dentin durchsichtige Röhrchen feststellte (42). Ein gewisser Moy Dupont aus Paris veröffentlichte Heftchen zur Zahnheilkunde, die aber mehr Werbeschriften waren, als Abhandlungen. Darin schreibt er, dass die beste Zahnpflege darin besteht, morgens ein getrocknetes Salbeiblatt in den Mund zu nehmen, Tabak allerdings noch stärker wirke. Dazu sei gesagt, dass zu dieser Zeit das Ziehen aller Zähne und Einsetzen von primitiven Prothesen als eine Art Vorsorge galt, weil kein Schmerz mehr entstehen konnte und man sich nicht mehr um sie sorgen musste. Dabei wurde natürlich aus Unkenntnis, die Funktion der Zähne total außer Acht gelassen. Sie wurden bloß als unnützes Beiwerk der Natur empfunden. Deshalb ist uns wenig über richtige Vorsorge hinterlassen worden (43). Ein anderer namens Barthélemy Martin empfiehlt zur Zahnerhaltung die morgendliche Mundspülung mit dem eigenen Urin, welcher schon von Catull besungen wurde, oder das Zähneputzen mit dem Kot der Wildkatze. Obwohl beides zur Dreckapotheke gehört, haben sie sich, durch die enthaltenden Salze, als nützlich erwiesen (44). Salbei wirkt durch seine ätherischen Öle bakteriostatisch, fungistatisch, virustatisch und adstringierend und hat auch heute noch zahlreiche Indikationen (45). Bemerkenswert ist der Einsatz chem. Mittel (Naturstoffe) für Zahn- und Parodontalprophylaxe, wenn man bedenkt, dass chemische und histologische Untersuchungen diese Erkenntnisse noch nicht weiter stützen, sie rein empirisch wahrgenommen wurden.

 

4.7.Prophylaxe im 18. Jahrhundert:

Das 18. Jahrhundert bildet das Zeitalter der Aufklärung und staatlichen Anerkennung des Standes der Zahnheilkunde, der bis jetzt nur von Quacksalbern, Barbieren und halbwegs erfahrenen Ärzten praktiziert wurde.

 

4.7.1.Prophylaxe in Frankreich:

Der bekannteste Zahnmediziner dieser Zeit in Frankreich war Pierre Fauchard. Er schrieb verschiedene sehr modern anmutende Abhandlungen über die Zahnheilkunde. Allerdings ist es verwunderlich, dass er zur Vorsorge nur Mundwässer angab. Auch glaubte er fest daran, dass es ausreicht, sich morgens den Mund mit frisch gelassenem Urin zu spülen, um gesunde Zähne zu erhalten. So hat die Aufklärung in Frankreich im Bereich der Vorsorge keine nennenswerten Spuren hinterlassen (46).

 

4.7.2. Prophylaxe in England und Deutschland:

Es gab verschiedene Nachfolger Fauchards, sowohl in Deutschland als auch in England. Der entscheidende in England war John Hunter. Aber auch er brachte keine nennenswerten Beiträge zur zahnmedizinischen Prophylaxe. Dagegen geht der königliche Hofzahnarzt ,Friedrichs II., Philpp Pfaff in seiner Monographie „Die Abhandlung von den Zaehnen des menschlichen Koerpers und deren Krankheiten“ mit Nachdruck auf die Vorsorge ein. Dazu empfiehlt er nach dem Essen einen Zahnstocher oder Federkiel zu benutzen, um Speisereste aus dem Zahnzwischenraum zu lösen. Dagegen missbilligt er Stocher aus Metall, da sie den Schmelz schädigen. Auch den Gebrauch der Zahnbürste bewertet er kritisch, da übertriebener Gebrauch das Zahnfleisch löst und schadet, was durch die zu harten Borsten provoziert wird. So empfiehlt er sie nur alle vierzehn Tage zu benutzen (47). Der ‚Weinstein’ oder heute Zahnstein sollte auch mit speziellen Instrumenten entfernt werden, damit er nicht das Zahnfleisch schädigt. Pfaff rät den Mund morgens mit frischem Wasser auszuspülen, sowie die Zähne mit einer Serviette oder Schwamm und einem Stück Fischbein zu reinigen. Leute, die zu Zahnsteinbildung neigen, können diesen mit einem Federkiel vorsichtig abkratzen oder lieber einen Zahnarzt aufsuchen, der dies erledigen wird (48). Er rät zu verschieden Zahnpulvern und Mundwässern, die sich im Anhang, seines Buches befinden, wo auch verschiedene Instrumente zur Zahnreinigung (s. Abb.3) abgebildet sind (49). Auch der Braunschweiger Hofzahnarztes J. Girault hatte ein ziemlich modernes Zahnreinigungsbesteck. Es bestand aus einem aus Federkiel hergestelltem Zahnstocher, Zahnbürste und verschiedenen Zahnsteinentfernern (50). Wenn  man diese Empfehlungen und Erkenntnisse im Zusammenhang mit der langen Stagnation im Mittelalter sieht, so zeigt sich der enorme Fortschritt in der zahnmedizinischen Prophylaxe, wenngleich zu berücksichtigen ist, dass auch hier die Bücher und Aufklärungsschriften nur einer Minderheit zugänglich waren. Pfaff hat wahrscheinlich die Wirkung von Abrasivstoffen erkannt, schrieb sie aber dem übermäßigen Gebrauch von Zahnbürsten zu. Um derartige Schäden zu verhüten empfiehlt er statt metallener Zahnstocher solche aus Federkiel oder Fischbein zu benutzen. Auch hier muss man bei der Wertung wieder den damaligen Entwicklungsstand der Technik und Forschung berücksichtigen.

 

4.8. Prophylaxe im Industriellen Zeitalter:

Im industriellen Zeitalter machte die Zahnheilkunde einen gewaltigen Sprung.  So wurde die Prothetik stark verbessert, das Lachgas und der Äther, die schmerzarme Behandlungen ermöglichten, erfunden und Instrumente verbessert. Der Tretbohrer wurde entwickelt und neue Füllungsmaterialien eingeführt. Auch neue Bohrertypen werden in die Zahnmedizin eingeführt. Dadurch wurde es möglich Zahnschäden zu reparieren, um weiteren Destruktionen des Gebisses vorzubeugen (sekundäre und tertiäre Prophylaxe). Es beginnt ein regelrechter Kampf um Patente für neue Techniken und Errungenschaften, sowohl in Amerika, als auch in Europa. So stellte der Amerikaner Willoughby D. Miller, der Begründer des Berliner Zahnmedizinischen Instituts, 1890 die verblüffende Theorie auf, dass der Verfall des Zahnes durch Bakterien hervorgerufen wird, die aus abgelagerten Kohlenhydraten, unter anaeroben Bedingungen, Säure herstellen. Diese entkalkt den Zahnschmelz, so dass sie das darunter liegende Zahnbein zerstört. Diese Theorie hat bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Miller, der sie anhand von Beobachtungen unter dem Mikroskop begründete, krempelte somit die gesamte Prophylaxe um, da jetzt eine ursachenorientierte Prophylaxe betrieben werden konnte. Die Zahnärzte nahmen diese Theorie dankend auf und stellten ihre Prophylaxekonzepte nach denen Millers um. Da Miller selber zu wenig praktische Erfahrung hatte, begriff er die Rolle, die Plaque bei Karies und Parodontopathien spielte, noch nicht in ihrer vollen Gesamtheit. So stellte es sich heraus, dass Zähneputzen allein nicht ausreichte, um die Zähne vor Verfall zu schützen. Andere Forscher begannen, auf Millers Theorie basierende Mundwasser und Zahnputzmittel, zu entwickeln (51). Miller empfahl dabei in erster Linie die Zahnbürste und gewachste Zahnseide; Zahnstocher und Zahnpulver dagegen wertet er ab (52). Durch den steigenden Erkenntnisstand begann sich die Aufmerksamkeit auf das Element Fluor zu richten. Es wurde lange Zeit gestritten ob Fluoride den Zahn härten oder nicht. Die eigentliche systematische Anwendung von Fluoriden als Mittel der Kariesvorbeugung, begann erst im zwanzigsten Jahrhundert, ausgehend von Amerika, obwohl der badische Zahnarzt Carl Erhardt schon 1874 die Anwendung von Fluoridpastillen bei Kindern und Schwangeren empfohlen hatte. Es stellte sich nämlich erst später durch den Chemiker H. V. Churchill heraus, dass Fluoride die Zähne widerstandsfähiger gegen Karies verursachende Säuren machen. Als diese Wirkung erkannt war, wurden Fluoridpräparate in alle möglichen Mundwässern integriert und auch Fluoridtabletten in der heutigen Form, wurden vor allem Kindern, Jugendlichen und Schwangeren verabreicht. Auch versuchte man erstmals die Zahnfissuren zu versiegeln, da sie eine anatomisch bedingte Schwachstelle in der Reinigung darstellen. Der amerikanische Zahnarzt Dr. Alfred Civilion Fones erkannte die Prophylaxe als allgemeines Problem und die Wichtigkeit der Aufklärung der Patienten. Er brachte einer Gehilfin richtige Mundhygienemaßnahmen bei, die sie an Kinder weiterleiten sollte. Nach einer Vielzahl von Ausbildungen zu s.g. Hygienikerinnen, die hauptsächlich an Schulen und in Kindergärten eingesetzt wurden, konnte ein Kariesrückgang von 75% beobachtet werden. Dieser sichtbare Erfolg, brachte den neuen Berufstand der Hygienikerinnen in alle Länder. Spezielle Zahnärzte hatten die Aufgabe öffentliche Einrichtungen für Kinder zu besuchen, um die Kinder nach Kariesschäden zu kontrollieren; eine Hygienikerin, die die Zahnärzte begleitete, sollte den Kindern gleichzeitig die richtigen Maßnahmen zur Vorsorge beibringen (53).

 

5. Moderne Prophylaxe

5.1. Aufklärung Prophylaxe:

In der heutigen Zeit stellt die Aufklärung einen ziemlich wichtigen Punkt dar. Jugendliche und vor allem kleine Kinder müssen so früh wie möglich zur Prophylaxe hingeführt werden. Durch das frühe Heranführen der Kinder zur Vorsorge, ist der Grundstein für das weitere Leben gelegt. Aber auch Erwachsene müssen über den Sinn und Zweck solcher vorsorgender Handlungen aufgeklärt werden, um sie entsprechend zu motivieren. Dabei reicht die Palette von der richtigen Putztechnik, über die Verabreichung von Fluoriden, bis zur Anwendung von Zahnseide bzw. Mundwässern. Die Motivierung dazu, soll durch den Zahnarzt, Informationsbroschüren, Medien und auch Schule stattfinden. Demgegenüber steht das reiche Angebot der Hersteller, welches viele Verbraucher oft abschreckt. Er muss also erst einen effizienten Überblick über die für ihn geeigneten Produkte erhalten. Neben all diesen Vorsorgemaßnahmen stößt man immer wieder auf den Begriff der Fluoridierung.

 

5.1.1. Prophylaxe Stärkung der Abwehr und des Zahnschmelz:

Durch Fluoride lässt sich der Schmelz nicht härten, sondern nur resistenter gegen Säuren machen. Dabei kann aber nur gelöstes, ionisches Fluorid, welches biologisch verfügbar ist in die Zahnhartsubstanz eingebaut werden. Diese Fluoride können durch Zahnpastas, Mundwässer, Gelees, Tabletten oder auch durchs Trinkwasser appliziert werden. Fluoride werden in verschieden Verbindungen genutzt. Die gängigsten sind Natrumfluorid (NaF), Natriummonofluorphosphat (Na-MFP), Zinnfluorid (SnF) und Aminfluorid (AmF). Da die Aminfluoride sich durch eine besondere Tiefenwirkung auszeichnen, sind sie sehr effizient. Die Fluoride können auf verschiedenen Wegen zugeführt werden, wie dieses Schema zeigt.

 

5.1.2. Kultureller Nachweis pathogener Bakterien im Mund:

Heute hat man Karies und Parodontopathien durch epidemiologische Untersuchungen als Infektionserkrankungen erkannt. Die jeweiligen Bakterienarten werden von den Eltern auf die Kinder übertragen. Damit gewinnen auch Maßnahmen der bakteriellen Früherkennung an Bedeutung. Der kulturelle Nachweis der pathogenen Bakterien dient zur Spezies und Mengenbestimmung verschiedener Bakterienstämme im Mund. Dadurch lassen sich Risikofälle frühzeitig erkennen und für diese eigene Prophylaxekonzepte zusammenstellen, so dass Schäden besser vermieden werden können. Die BERLIN KLINIK Prophylaxe vertraut dem Zentrum für Oralpathologie / Potsdam

 

5.2. Moderne Zahnreinigungssysteme zur Prophylaxe:

Das Angebot an Zahnreinigungsmitteln ist so groß geworden, dass es sogar Fachleuten schwer fällt das breite Angebot der Industrie zu beurteilen. Untersuchungen belegen, dass es, richtige Handhabung voraussetzt, keine Unterschiede hinsichtlich der Reinigungswirkung zwischen der herkömmlichen Handzahnbürste und den auf dem Markt befindlichen elektrischen Zahnbürsten gibt. Die elektrische Zahnbürste weist aber eindeutige Vorteile bei älteren Menschen, Kindern und Behinderten auf, deren manuelle Fähigkeiten eingeschränkt sind. Mundduschen ersetzen die mechanische Zahnreinigung nicht; sie können aber ein Hilfsmittel sein, um die Zahnzwischenräume zu spülen. Über ihren Nutzen sind sich Fachleute uneinig. Das Angebot an Zahnpasten ist überaus vielfältig und verwirrend. Oft hält die Werbung nicht, was sie verspricht. So enthalten s.g. Raucherzahncremes derartig abrasive Putzkörper, dass sie neben der Reinigung die Zahnoberfläche aufrauen. Deshalb haben Auflagerungen später mehr Ansatzpunkte. Sie sollten nach derzeitigem Erkenntnisstand höchstens 1x pro Woche verwendet werden. Die Zahncreme spielt nicht die Rolle, die ihr oft beigemessen wird, da das Wichtigste wie oben angeführt die mechanische Säuberung aller Zahnoberflächen ist. Eine gute Zahncreme sollte heute Fluoride zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen karieserzeugende Säuren enthalten. Einige Zahnpasten enthalten Stoffe zur Neutralisation, andere zusätzlich Stoffe (Kaliumsalze), die überempfindliche Zahnhälse desensibilisieren. Daneben gibt es Zusätze wie Geschmacksverbesserer und Schäumungsstoffe, die keine Reinigungswirkung besitzen, aber durch ein subjektives Frischegefühl zur Zahnreinigung motivieren. Um die Zahnzwischenräume zu reinigen gibt es Zahnseide und für relativ große Zahnzwischenräume (im Alter oder durch Parodontose geht das Zahnfleisch zurück) spezielle Interdentalbürsten, die eine hohe Effizienz haben.

 

5.3. Organisation Prophylaxe:

Um zur Mundhygiene zu motivieren und aufzuklären sind bestimmte Organisationsformen nötig, um über Ursachen, Wirkung und Vorbeugung zu informieren bzw. aufzuklären. Diese Prophylaxemaßnahmen werden bei Kindern und Jugendlichen in den Zahnarztpraxen als Individualprophylaxemaßnahmen vermittelt. Diese umfassen die Kontrolle der Zahnpflege, Aufklärung über Mundhygienemaßnahmen und Ursachen von Zahnerkrankungen sowie eine Fluoridierung aller Zähne (54). Als erweiterte Maßnahme der sekundären Prävention zählt auch die Fissurenversiegelung. Auf besonders kariesanfällige Fissuren (Furchen auf dem Zahn) wird ein Spezialkunststoff aufgebracht. Dadurch werden die kleinen Hohlräume ausgefüllt, so das in ihnen keine karieserzeugenden Bakterien unter Sauerstoffabschluss Säure erzeugen können. Neben der Individualprophylaxe wird in Deutschland in regional unterschiedlicher Form die Gruppenprophylaxe durchgeführt (55). Zahnmedizinische Gruppenprophylaxe verfolgt nach einer Stellungnahme der DGZMK[13] insbesondere Ziele der primären Prävention und schließt sekundäre Maßnahmen (Früherkennung) mit ein. Dabei übernehmen Zahnärzte Partnerschaften für Kindergärten und Schulen, in denen sie bzw. dafür fortgebildete zahnärztliche Assistentinnen die Erzieherinnen und die Eltern (Elternabende) für die Problematik der zahnärztlichen Prophylaxe sensibilisieren. Praxisbesuche der Kindergruppen (55) und das tägliche Zähneputzen im Kindergarten sollen den Kindern Ängste nehmen und das tägliche Zähneputzen zum Reflex werden lassen. Ziel dieser primären und sekundären Präventionsmaßnahmen ist eine Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates, um in Kapitel 1.3 erwähnte Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit zu verhindern und den Organismus gesund zu erhalten.


Inhaltsverzeichnis Thema Prophylaxe 

[1] Therebinthenharz: ätherisches Öl aus dem Harz des Terpentinbaums, der zur Pinusart gehört; Fam. Pinaceae

[2] Kaliumaluminiumsulfat, wirkt adstringierend und blutstillend

[3] Ort: etwa 30 km vom antiken Ninive entfernt

[4] Baum dessen Samen bei Diarrhoe, Katarrh u.a. verwendet wird

[5] aromatische Holzarten, wie Bergolive, Balsam- oder Kapernstrauch

[6] Eisensalz einer Gerbsäure; wird heute zur Tintenherstellung, für Drucke und Pigmente verwendet

[7] eigentlich Ali al-Husain ibn Abdallah ibn Sina

[8] wissenschaftlicher Name: Salvador persica

[9] Pflanze; wissenschaftlicher Name: Budleia spec

[10] Baum, der zu den Rubiaceen gehört

[11] Magersucht

[12] Der Zahnwurm war ein imaginäres Tier, welches erfunden wurde, um sich die Entstehung von Karies zu erklären.

[13] DGZMK = Deutsche Gesellschaft für Zahn- Mund- Kieferheilkunde

 

Literaturverzeichnis Prophylaxe

Alt, Kurt W., Dr. med. dent., cand. rer. nat.; „Mesiodens in der Nasenhöhle bei einer frühmittelalterlichen Bestattung“, Die Quintessenz, Referat Nr. 7094, Heft 6, Berlin: Quintessenzverlag, 1988, S. 1075-1081.

 

Bachmann, Robert M., Dr. „Naturheilverfahren für die ärztliche Praxis“, Teil 1, Erlangen: Perimed Fachbuchgesellschaft, 1989.

 

Bartkowski, Peter von; Geus, Armin; „Stammbaum der Zahnmedizin“, Hamburg: Einhorn-Presse Verlag GmbH, 1989.

 

DGZMK, „Stellungnahme der DGZMK zur Durchführung der Gruppenprophylaxe“, ZM, Bundeszahnärztekammer, 91. Nr.2, Köln: Deutscher Ärzteverlag, 16.01.2001, S.35.

 

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